Die Zukunft mit Elon Musk

Elon Musk übernimmt erneut eine Aufgabe in der Trump-Regierung – diesmal nicht als Sparkommissar, sondern als Mitgestalter künftiger US-Kriegsführung. Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte am 30. September 2026 in einer „State of the Force“-Rede auf der Marine Corps Base Quantico an, dass Musk das neue Pentagon-Vorhaben „Project Meridian“ mitleiten wird.

Die Initiative soll nicht in erster Linie neue Strategien oder Doktrinen schreiben. Ihr Auftrag ist, Jahre und Jahrzehnte vorauszudenken: Welche Kriegsräume entstehen, welche Waffen und Technologien brauchen US-Streitkräfte dort, und wie können diese Fähigkeiten rasch entwickelt, getestet und eingesetzt werden? Hegseth sprach von Schlachtfeldern „von unter der Erde bis jenseits des Mondes“ – also von unterirdischen Operationen bis zum cislunaren Raum zwischen Erde und Mond. Explizit genannt wurden Fortschritte bei künstlicher Intelligenz, Autonomie, gerichteter Energie, Robotik und Biotechnologie.

Musk führt das Projekt gemeinsam mit Palmer Luckey, Gründer des Rüstungsunternehmens Anduril, und dem früheren Sprecher des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich. Fachlich eingebunden ist Emil Michael, Chief Technology Officer und Under Secretary für Forschung und Technik im Verteidigungsministerium. Ein weiteres Team aus Industrie, Wissenschaft und Politik soll die drei Co-Direktoren unterstützen. Alle drei waren bei Hegseths Rede anwesend; unmittelbar danach war ein erstes Treffen in einem gesicherten Bereich vorgesehen.

Project Meridian ist eine Studie, kein neues Kommando und kein Beschaffungsprogramm. Innerhalb von 120 Tagen – spätestens bis zum 28. Januar 2027 – sollen ein öffentlich zugänglicher Bericht und ein geheimer Anhang vorgelegt werden. Darin sollen Lücken benannt und konkrete Schritte vorgeschlagen werden, damit die USA einen technologischen Vorsprung behalten. Hegseth begründet den Griff nach außen mit der These, die besten Prognosen künftiger Konflikte entstünden nicht allein im Pentagon.

Für Musk ist es die erste formale Rückkehr in die Regierung nach seiner Zeit an der Spitze des „Department of Government Efficiency“ (DOGE). SpaceX ist zugleich ein großer Auftragnehmer des Pentagon, unter anderem bei Satellitenkommunikation und Weltraumüberwachung. Luckeys Anduril liefert autonome Systeme, Drohnen und weitere Verteidigungstechnik. Genau diese Geschäftsbeziehungen werfen Fragen nach Interessenkonflikten auf: Die Studie soll künftige Fähigkeiten definieren, von denen Unternehmen der Co-Leiter später profitieren könnten.

Project Meridian war nur eine von mehreren Ankündigungen in Quantico. Hegseth stellte unter anderem auch ein Autonomous Warfare Command vor, das autonome Systeme schneller in die Streitkräfte bringen soll. Ob Meridian am Ende eine echte Weichenstellung oder vor allem ein politisches Signal an die Tech-Industrie wird, entscheidet sich erst mit dem Bericht Anfang 2027.

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